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| Foto: Peter Otten |
anlässlich der Trauerfeier für Ingo W. Erven am 8. März 2025 im Ruheforst Hümmel.
Von Peter Otten
Ich werde diesen Moment nicht vergessen. Mitten durch St. Gertrud ist ein Drahtseil gespannt. Darüber hängt ein Gaze-Stoff. Auf dem Stoff ist eine mechanische Schreibmaschine zu sehen. Klickernd und klackernd schlagen die Buchstaben der Schreibmaschine durch ein Farbband auf die Walze. Die Geräusche hallen in dem dunklen Raum nach. Nach und nach wächst auf dem Papier ein Text. Ist die Walze von rechts nach links gelaufen schiebt eine Hand sie wieder auf die Anfangsposition. Eine neue Zeile entsteht. Manchmal unterbricht eine kurze Stille das Klackern. Dann muss die Hand einen Buchstaben wieder lösen, der sich auf der Walze verklemmt hat. Ist die Seite vollgeschrieben beginnt der Film von vorn. Tschak-tschaka-di-tschaktschak-di-tschaka. Als ich vor über drei Jahren die Kirche betrete und diese Szene sehe habe ich wie in Trance mein Handy gezückt. Und als ich mein Handy nach rechts geschwenkt habe, weil ich festhalten wollte, wie sich der Film auch auf der rauen Betonwand der Kirche abbildet läuft ein Mann durchs Bild, ein großer Mann, ein Riese fast, so kommt es mir vor. Es ist der Moment, in dem ich Ingo zum ersten Mal begegne. Und an einer Leine führt er Benny, seinen kleinen Hund.




