Mittwoch, 27. November 2013

Hört das denn nie auf?


Auch mit der sogenannten Regierungserklärung von Papst Franziskus hört die Doppelbindung der Kirche nicht auf. Denn ihre proklamierte Menschenfreundlichkeit endet wie es aussieht für alle Zeiten dort auf, wo Frauen das katholische Feld betreten.

Ein Wutausbruch als Gastbeitrag

Ich gönne meinem Umfeld, wie es auf "Evangelii Gaudium" reagiert und die radikale und in mancherlei Hinsicht befreiende Botschaft aus dem Lehrschreiben des Papstes aufnimmt. Am besten gefiel mir der Tweet von Felix Neumann (siehe oben).

Im Dokument scheint wirklich Neues zum Papstamt und zu einer evangeliengemäßen Neuausrichtung der katholischen Kirche zu stehen. Das zieht jedoch nur fern an mir vorbei. Ich habe einen Abschnitt gelesen und bin mit dem Papier fertig. Es tut mir leid.

Ich werde auf einen Schlag blind für alles andere. Ich will es nicht hören. Denn der Papst wertet in seinem Schreiben die Frauen - und damit mich - erneut derart ab, dass es mir schwer fällt, nach außen mein Lächeln zu wahren. Und das muss ich doch, als Mitarbeiterin dieser Kirche, der so viel Begeisterung für diesen Papst und sein Lehrschreiben begegnet.

Hört das denn nie auf?

Muss ich mir wirklich auf Dauer in meiner Kirche anhören, wie Männer mich und meine Geschlechtskolleginnen definieren? Auf den Sockel stellen, uns beteiligen wollen, aber dauerhaft klar machen, dass wir anders sind? Über uns reden? Uns als Herausforderung für Hirten und Theologen (sic!) beschreiben, als wären wie nicht selber Theologinnen und als könnte man nicht auch einfach mit uns reden?

Hängt die Lebenshingabe Jesu wirklich an seinem Mann-Sein? Könnte Gott nicht hier und heute als Frau Mensch werden? Wieso denkt ihr so klein von Gott!

Und was soll dieses Getue mit Jesus als Bräutigam und der Kirche als seiner Braut? Fällt euch echt kein zeitgemäßeres Bild ein, zumal bei euch hinter diesem Ehebild keine gleichberechtigte Partnerschaft steht, sondern der Mann im Zweifel das Sagen hat?

Die wenigen Sätze von Papst Franziskus zu Frauen in der Kirche bringen mich nachhaltig auf 180. Ich hab da kaum Worte für. Ich arbeite als hochqualifizierte Seelsorgerin für eine Gemeinschaft, die sich rausnimmt, mir freundlicher Weise mittlerweile gleiche Würde zu- , aber entscheidende Funktionen auf ewig abzusprechen. Die nicht weg kommt von diesem "Biologismus", der mir eine "Mütterlichkeit" und andere Wesenseigenschaften zuspricht, die ich bei einigen Männern stärker erlebe als bei mir. Ihr diskriminiert mich, setzt mich zurück, missachtet mich, weil ich eine Frau bin. Und nehmt heimlich grinsend meinen Dienst und den vieler anderer Frauen entgegen. Jetzt wollt ihr uns stärker beteiligen, aber redet ständig nur von Maria, der Übermutter, der Jungfrau. Danke auch. Erfreut euch weiter an meiner Selbstzerfleischung.

Ja, ich wusste immer schon, was die Kirche über Frauen denkt. Ich hab das schließlich auch studiert. Warum ich mich trotzdem für den Dienst in dieser Kirche entschieden habe? Weil sie meine Heimat ist, weil an meinen Heimatorten in dieser Kirche eine Frau so viel gilt wie ein Mann, weil vor allem Gott diese Zurücksetzung nicht mitmacht. Davon bin ich fest überzeugt.

Ich habe nicht erwartet, dass sich zu meinen Lebzeiten was an der strukturellen Sünde gegenüber Frauen in meiner Kirche ändert. Ich habe überhaupt nicht erwartet, dass sich etwas ändert. Ich habe nur erlebt, in dieser Kirche mit Menschen vor Ort, Männern und Frauen, gut aus dem Evangelium Jesu Christi leben und die Welt um uns herum gestalten zu können.

Ich habe den Kopf geschüttelt, als Ratzinger Papst wurde. Aber ich habe gedacht, dass Rom mich nicht vom römisch-katholischen Glauben abbringen kann.

Und jetzt ist da dieser persönlich beeindruckende Papst Franziskus, und er haut mich aus den Schuhen. Weil er so viel anzugehen scheint, aber auf einem Auge dermaßen blind ist. Weil sich was bewegen könnte, aber dadurch noch eklatanter deutlich wird, wo sich menschenverachtend nichts bewegt.

Ich will keine Almosen. Ich will Gerechtigkeit. Ich selber brauche keinen anderen Platz in dieser Kirche. Ich bin an meinem. Aber ich bin eine Frau und fordere für meine Schwestern und mich: Gleichberechtigung. Wie im Galaterbrief (3,27 - 29).



"Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid «einer» in Christus Jesus. Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben kraft der Verheißung."

Es ist ganz einfach. Und: es ist kein "Machismo im Rock".

Ich kann das hier leider nicht unter meinem eigenen Namen veröffentlichen. Ich arbeite in dieser Kirche. Ich fürchte, dass es mir nicht zum Vorteil gereichen wird, wenn man diesen Wutausbruch (im Neuland Internet heißt sowas „Rant“) mit meinem Namen in Verbindung bringen kann. Ich bin abhängig. Ich ernähre eine Familie mit dem Geld, das mein Bistum mir für meine Arbeit gibt. Ich kann mich nicht öffentlich hinstellen und sagen: "Ihr diskriminiert mich aufgrund meines Geschlechts. Jetzt ist es genug. Ich geh." Das kann ich nur innerlich tun. Es tut mir Leid.


Die Autorin ist katholische Theologin. Sie arbeitet als Pastoralreferentin und lebt in Nordrhein-Westfalen.

Kommentare:

  1. Erbärmliche scheinkatholische Feministin. Ja, wenn diese üppige fette beamtenmäßige Besoldung nicht wäre. ... An diesen scheinkatholischen Theolunken - in der Pastoral wie auch an den Fakultäten - Daran krankt die Kirche. Wenn sie sich so grämt - mensch dann soll se halt zu der Käßmanntruppe EKD konvertieren - ist ja lt moderner Lesart eh einerlei. Und dort kann sie´s sogar zur " Bischöfin" schaffen. Ich kann ob solcher Gestalten gar nicht genug kotzen!

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    1. Erbärmlicher, scheinchristlicher anonymer Kommentator, der nicht den Mumm hat, mit seinem Namen für seine verschrobene Meinung einzustehen und kein einziges Argument, dafür aber eine Reihe von Beleidigungen anführen kann.
      Schade, dass so mit einem starken, sehr persönlichen, aber niemanden persönlich beleidigenden, theologisch richtigen und aus gutem Grund (und entsprechend begründet) ebenfalls anonymen Beitrag umgegangen wird. Als Evangelischer bin ich ja geneigt zu sagen: Wenn bei Euch niemand starke Frauen braucht, kommen Sie doch zu uns! Aber dafür habe ich zu viel Respekt davor, dass Sie sagen, Sie fühlen sich trotz allem in Ihrer Kirche zu Hause und machen Ihren Dienstag gerne. Gottes Segen dafür und lassen Sie sich nicht mundtot machen!

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    2. @ Anonym
      Schüler müssten nach solchem einem verbalen Wutausbruch zur Schulsozialarbeitin, und die würde wohl kaum einen Schulverweis verhindern können (und wollen)

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  2. Hallo, Bruder Tack, vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich überlegte schon, ob ich den ersten anonymen Kommentar rausnehme, aber aufgrund Ihrer Stellungnahme lasse ich ihn jetzt doch drin, weil er sich nun wirklich selbst entlarvt. Danke dafür!

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  3. Lieber Anonymus,

    du weißt aber echt, wer der Babo ist, hm?

    Ich danke dir für deinen Kommentar, denn kaum treffender ließe sich auf den Punkt bringen, dass es gegen die Ausführungen der Autorin keine stichhaltigen Argumente gibt, sondern nur Hass und Verblendung. Du schreibst anonym, aber dein Stil („Theolunken“ etc.) soll ja eine Art Visitenkarte sein, damit wir verstehen, wie du tickst.

    Viele von uns sind inzwischen gestählt in solcherlei Debatten, und es gäbe viele passende Antworten wie die von Bruder Tack. Ich merke aber gerade: Ich bin es müde. Sowas von. Zwar macht mich dein Kommentar immer noch wahnsinnig wütend, aber ich will, dass das endlich aufhört. Vielleicht sind solche Anlässe ein Testfall für die vom Papst postulierte Revolution der Zärtlichkeit …?

    Gibt es denn nicht auch für dich einen Platz in der Kirche, wo du geliebt wirst und dich angenommen fühlst? Wo du Vielfalt ertragen kannst, ohne dass es dir damit so schlecht gehen muss? Wo du streiten kannst, ohne zu verletzen und dich versöhnen, ohne dich zu verleugnen?

    Hilft dir gern weiter

    Christian

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    1. "kaum treffender ließe sich auf den Punkt bringen, dass es gegen die Ausführungen der Autorin keine stichhaltigen Argumente gibt, sondern nur Hass und Verblendung."

      Naja - so ekelhaft ich den Kommentar des Anonymus finde, so wenig trifft allein deshalb die zitierte Aussage zu. Ignoranten gibt es überall, ebenso Leute, die klug und differenziert argumentieren. Auf meinem eigenen Blog - der theologisch recht andere Positionen vertritt als dieser hier - hinterlassen anonyme Schmierfinken ebenfalls regelmäßig Kommentare im Stile des hiesigen Anonymus - nur eben gegensätzlichen Inhalts. Es bringt nichts, Positionen nach ihren niveaulosesten Vertretern zu beurteilen.

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  4. Liebe Anonyma,
    Ihre Wut verstehe ich, Ihren Argumenten kann ich mich durchaus anschliessen. Als ehemaliger römisch-katholischer Priester kenne ich aus anderen Gründen den Schmerz und die Wut, den Ihre Kirche zu provozieren vermag. Lange Zeit habe auch ich die Zulassung von Frauen zum Presbyterat (ich mag den Ausdruck Priestertum nicht) befürwortet. Inzwischen vertrete ich den Standpunkt, dass zuerst das römisch-katholische Weiheamt reformiert werden muss, bevor Frauen darin einen Platz finden können. Es muss entklerikalisiert werden. Es darf dem "Volk Gottes" nicht mehr hierarchisch übergeordnet sondern der Gemeinde als Dienst zugeordnet werden. Es muss von seinem mythischen Verständnis als Opferpriestertum gereinigt werden, also nicht Sacerdos=Opferpriester und sakramentaler Magier sondern eben Presbyter als Leiter und Koordinator und Moderator und Mentor einer Gemeinde.
    Einen Weg, das kirchliche Weiheamt von dieser un-evangelischen Überhöhung zu befreien, sehe ich durch aus auch darin, Frauen (und männlichen Laien) in den kirchlichen Strukturen auf allen Ebenen auch echte Entscheidungsbefugnisse einzuräumen. So sehe ich zum Beispiel nicht, weshalb Frauen oder männliche Laien nicht etwa einen Pfarrverband leiten, ein Diözesan-Referat oder in leitender Funktion an der römischen Kurie tätig werden können. Dazu bräuchte es keine theologischen Purzelbäume, bloss Änderungen im Kirchenrecht. Wieso soll eine Frau nicht Kurienkardinal werden können? Bis vor etwa hundert Jahren wurden auch Laien ab und zu zu Kardinälen ernannt. Inzwischen schliesst das Kirchenrecht dies aus, aber theologische Hindernisse sehe ich da nicht (Ausnahme (noch) Wählbarkeit zum Papst).
    Was soll das alles, werden Sie vielleicht, immer noch wütend, fragen? Damit würde die übermächtige Rolle einer hierarchischen Klerikerkaste sukzessive zurückgedrängt und, so meine Hoffnung, auch eine theologische Neubewertung des sogenannten Weiheamtes unausweichlich. Nocheinmal: zuerst muss das Weiheamt neu definiert werden, bevor Frauen darin ihren Platz finden. Allein Frauen eine Stola umzuhängen, bringt der Kirche noch kein neues Dienstamt.

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  5. Elisabeth Weddemann28. November 2013 um 13:51

    Ja darf denn ein Katholik nicht wütend werden wenn diese feministische Nummer nie endet.
    Eigentlich beleidigt diese Dame Maria weil sie so vehement den Blick auf Maria, die ja weder
    Regentin noch Priesterin nach der Himmelfahrt wurde ablehnt. Was ist mit sämtlichen Heiligen seit 2000 Jahren "immer das "Vater unser" beteten und so glaubten wie alle Päpste und heilige Frauen bisher

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    1. Ich halte es, liebe Elisabeth Weddemann,

      für einen verhängnisvollen Irrtum, dass wir die Heiligkeit des Heiligen allzu oft durch zwanghafte Abgrenzung definieren. Wäre denn Maria weniger bedeutsam als Mensch und Frau und Mutter und erste unter den Erlösten, wenn es geweihte Amtsträgerinnen gäbe? Sind all die heiligen Frauen von Ursula bis Edith Stein nur deshalb heilig, weil wir ihnen einen bestimmten Phänotyp von Weiblichkeit anhängen? (So wie in anderen Debatten suggeriert wird, die Ehe wäre weniger heilig, wenn Schwule und Lesben Kinder adoptieren könnten etc. etc.)

      Es geht hier im Übrigen auch nicht nur um Feminismus, nicht nur darum, dass Frauen für sich Rechte reklamieren. Auch für mich als Mann bleibt die Kirche seltsam halbiert, solange es keine Diakoninnen, Priesterinnen, Bischöfinnen gibt.

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    2. Liebe Frau Weddemann, es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen wütend und niveaulos.

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  6. Elisabeth Weddemann28. November 2013 um 15:17

    Lieber Christian. Es gibt seit 2000 Jahren gute theologische Begründungen von ungeheuerlichen Geistesgrößen die man
    leicht nachlesen kann . Im Gegensatz zu Ihren spitzfindigen seltsamen Bemerkungen, ja warum hat
    Edith Stein keinen Wunsch nach dem Priestertum gehabt..Und auch dem großartigen Geistbraus muß ich sagen auch Leute wie Chesterton hielten mehr von aufrechten und aufbrausenden Katholiken wie von den Weichgespülten.

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    1. Verehrte Frau Weddemann,
      natürlich darf man wütend werden, die Autorin des Beitrags ist ja auch wütend. Allerdings sollte man bei aller Wut doch noch die Grenzen des Anstands beachten. Anonymus ersetzt Argumente durch Beleidigungen.
      Übrigens: lesen Sie doch einmal das Magnifikat. Da könnte man Maria doch glatt für eine Feministin halten.

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    2. Liebe Frau Weddemann,

      wenn Edith Stein keinen Wunsch nach dem Priestertum gehabt hat (und wissen wie das so sicher?), warum muss das heißen, dass andere Frauen keinen Wunsch nach dem Priestertum haben dürfen oder sollen? Gerade die Kirche erkennt doch, dass Menschen unterschiedliche Berufungen haben.
      Die Geschichte wird natürlich von den Siegern geschrieben - in dem Fall die privilegierten Amtsträger, ach, Männer allesamt? Wer hätte das gedacht. Nun weiß man ja, wie ungeheuer gerne Privilegierte ihre Privilegien teilen - gar nicht, wenn irgend möglich. Warum sollte dieses Phänomen, das in jeder Gruppe beobachtbar ist, in einer Organisation wie der katholischen Kirche anders sein? Jesus selbst hat sich nirgendwo direkt zum gewünschten Geschlecht der Priester geäußert, oder überhaupt darüber, ob er gerne eine Kirche wie die RK hätte. Und die "Tradition", wie schon gesagt wird von den Privilegierten verwaltet und weitergeben. Naja, was erwartet man.
      Im Übrigen halte ich es für wenig hilfreich, diesem Minipunkt - Geschlecht des Priesters - so viel Bedeutung zuzumessen. Die Botschaft von Jesus ist doch nicht "Verwaltet meine Organisation auf diese Art und Weise". Spielt für ihn keine Rolle. Was eine große Rolle spielt ist - wie sollen wir leben? Ich verstehe, dass die einen mit Klauen und Zähnen ihre privilegierte Stellung verteidigen und die anderen mit Klauen und Zähnen den Kampf um Anerkennung führen - aber seid Ihr sicher, dass es das ist, was Jesus sich so vorgestellt hat für die Leute, die ihm nachfolgen? Ich bin aus der RK ausgetreten, weil sie mir zuviel Wert auf Verfahrensfragen, Äußerlichkeiten und Nebensächlichkeiten legt.

      Im Übrigen - Chesterton als Ausrede für Respektlosigkeiten zu verwenden, ist schon gewagt.



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    3. Liebe Frau Weddemann,

      "auch Leute wie Chesterton hielten mehr von aufrechten und aufbrausenden Katholiken wie von den Weichgespülten."

      Dem schließe ich mich auch vollkommen an. Dennoch gibt es - da hat Armand Arnold recht - einen Unterschied zwischen (legitimer) Wut und der Überschreitung der Grenzen des Anstands. Letzteres scheint mir im anonymen Ausgangskommentar - nicht aber im (ebenfalls anonymen) Ausgangsartikel - der Fall zu sein. Auch wenn ich inhaltlich den Kommentar durchaus teile, z.B. was die moralische Fragwürdigkeit der anonymen Kritik eines Arbeitgebers betrifft, dessen Geld man eben trotzdem einsteckt. Aber wir sind als Christen nicht gerufen, "ob solcher Gestalten zu kotzen". Das ist eine Perversion des Evangeliums. Wenn wir selbst mit schlechtem Beispiel vorangehen, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn man unsere Argumente und Positionen nicht ernstnimmt.

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  7. Elisabeth Weddemann28. November 2013 um 18:25

    Ja merkwürdig und da hat die Gottesmutter trotzdem nach der Himmelfahrt nach keinem Posten und keinem Amt geschrien.verlangt Und Anonymus hat zwar einen harten Ton aber die Beschwerdeführerin am Papst hat doch wohl sicher wie er sagt durch die Kirche ein nettes sicheres Einkommen und eine absolut unnötige Angst oder darf ich es Feigheit nennen .

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    1. Frau Weddemann, wenn Sie nicht sehr visionär unterwegs sind, wissen Sie genauso wenig wie irgendwer sonst, wonach die Gottesmutter geschrien oder verlangt hat.
      Ich denke, wie die Autorin ihre Lage schon gut einzuschätzen weiß. Mir sind jedenfalls mehrere Fälle bekannt, in denen Kirchenangestellte einen Nachteil davon hatten, sich kritisch zu äußern. Die Kirche besteht aus Menschen, die nicht perfekt sind.

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  8. Elisabeth Weddeman28. November 2013 um 20:08

    Ja jetzt werden die Klischees rausgeholt. Und mangelnder Glaube und mangelndes Wissen
    jetzt wird's langweilig - Tschüß

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  9. In dem Pamphlet der anonymen "hochqualifizierten Seelsorgerin" (bisschen demütiger vielleicht, Papst Franziskus macht es grad vor) sind alleine schon so viele Häresien enthalten (plus eine zynische Schmähung der Gottesmutter), dass jeder aufrechte Katholik froh sein kann, dass solche Krypto-Protestanten vom katholischen Weiheamt für alle Zeiten ausgeschlossen sind. Soll Sie doch aufhören zu weinen, und zur EKD gehen. Der laufen doch eh die Mitglieder davon...trotz Frauenpriestertum und keinem Zölibat. Komisch, was?

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  10. Edith Stein hat einen durchaus differenzierten Blick auf die Frage des Frauenpriestertums:

    "Die neuste Zeit zeigt einen Wandel durch das starke Verlangen nach weiblichen Kräften für kirchlich-caritative Arbeit und Seelsorgshilfe. Von weiblicher Seite regen sich Bestrebungen, dieser Betätigung wieder den Charakter eines geweihten kirchlichen Amtes zu geben, und es mag wohl sein, dass diesem Verlangen eines Tages Gehör gegeben wird. Ob das dann der erste Schritt auf einem Wege wäre, der schließlich zum Priestertum der Frau führte, ist die Frage. Dogmatisch scheint mir nichts im Wege zu stehen, was es der Kirche verbieten könnte, eine solche bislang unerhörte Neuerung durchzuführen. Ob es praktisch sich empfehlen würde, das lässt mancherlei Gründe für und wider zu. Dagegen spricht die gesamte Tradition von den Urzeiten bis heute, für mein Gefühl jedoch noch mehr als dies die geheimnisvolle Tatsache, die ich schon früher betonte: dass Christus als Menschensohn auf die Erde kam, dass darum das erste Geschöpf auf Erden, das in einem ausgezeichneten Sinn nach Gottes Bild geschaffen wurde, ein Mann war – das scheint mir darauf hinzuweisen, dass er zu seinen amtlichen Stellvertretern auf Erden nur Männer einsetzen wollte. Wie er aber einer Frau sich so nahe verbunden hat wie keinem anderen Wesen auf Erden, und sie so sehr zu seinem Bilde geschaffen wie keinen Menschen vorher und nachher, wie er ihr für alle Ewigkeit eine Stellung in der Kirche gegeben hat wie keinem anderen Menschen, so hat er zu allen Zeiten Frauen zur innigsten Vereinigung mit sich berufen, als Sendboten seiner Liebe, als Verkünderinnen seines Willens an Könige und Päpste, als Wegbereiterinnen seiner Herrschaft in die Herzen der Menschen: einen höheren Beruf als den der sponsa Christi kann es nicht geben, und wer diesen Weg offen sieht, der wird nach keinem anderen Verlangen."

    Edith Stein (aus: Die Frau, 1931)

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  11. Vielen Dank, @Marcus Bussemer, für das Zitat von Edith Stein. Was für ein Unterschied zu dem traurig-wütenden und jegliche Freude an Glauben und Kirche vermissenlassenden Rundumschlag der Anonyma. Mich als Frau in der Kirche macht dieser Wutausbruch betroffen.

    Das Thema "Frauenpriestertum" ist längst endgültig entschieden, wie auch Papst Franziskus - ganz und garnicht überraschend - bestätigt (s. "Evangelii gaudium" Nr. 104). Und es tut der Würde von uns Frauen in keiner Weise einen Abbruch. Einen Mann hat er zum Gottessohn gemacht, eine Frau zur Gottesmutter - man kann über solche Größe nur immer wieder Staunen und sich seines Glaubens freuen. Ich sehe nicht den geringsten Anlass, mich degradiert oder diskriminiert zu fühlen.

    Und diese Freude über diese Großtaten Gottes, die wir zu verkünden aufgerufen sind (s. Evangelii gaudium" von Papst Franziskus) lasse ich mir als Frau auch nicht von "Geschlechtsgenossinnen" nehmen, die unzufrieden und blindwütig auf die Kirche Jesu Christi schimpfen und eindreschen.

    Liebe Anonyma, mögen Sie die wundebaren Fügungen Gottes erkennen und wertschätzen lernen und in den Jubel über unsere Erlösung durch Jesus Christus einstimmen. Wir haben doch allen Grund zu jubeln! Kirchlicher Narzissmus (vgl. Papst Franziskus in seiner Präkonklave-Rede) und Nörgelei an Unabänderlichem bringt uns nicht weiter und verdunkelt nur das Zeugnis der Kirche.

    Noch zu dem Vorschlag von @Armand Arnold
    Ihr Vorschlag bedeutet nichts weniger als die Abschaffung des katholischen Weihesakramentes, so wie es Christus für seine Kirche zum Dienst an seinem Volk eingesetzt hat. Es hieße Untreue gegenüber den Worten und Taten Christi. Das II. Vatikanische Konzil bezeichnet es als "das aus göttlicher Einsetzung kommende kirchliche Dienstamt" (vgl. Lumen gentium 28), von Anfang an fühlt sich die Kirche an Christi Testament gebunden (vgl. LG 19ff).

    Es tut mir leid, dass Sie so schlechte Erfahrungen mit der Kirche gemacht haben, dennoch können Sie deswegen nicht gleich die Kirche abschaffen (auch wenn das aus Ihrer Situation heraus verständlich ist)...

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  12. Der Text „Hört das denn nie auf“ braucht keine Erklärungshilfe. Er ist nämlich klar. Auch in den Dingen, die nicht gesagt werden. Es wird z.B. nicht gesagt, dass die Autorin Priesterin werden will. Es wird ihr aber von manchen Kommentatoren unterstellt. Ich bin z.B. auch dafür, dass der Zölibat der Wirklichkeit angeglichen wird, würde aber auch bei der Aufhebung des Zölibats nicht Priester werden wollen. Der Text weist nur darauf hin, dass in der röm – katholischen Kirche Frauen und Männer andere Rechte haben. Und dass es Männer sind, die weiterhin bestimmen, dass ca die Hälfte der katholischen Menschen aufgrund ihres Geschlechtes nicht die gleichen Rechte haben. Einige Kommentatoren und Kommentatorinnen scheinen diese Ungleichheit zu begrüßen. Das ist ihr gutes Recht. Sie sollten nur dazu stehen, dass es eine Ungleichheit ist. Und vielleicht auch akzeptieren, dass dies für viele nicht mehr plausibel ist.

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  13. Edith Stein trifft den Nagel auf den Kopf! Dogmatisch steht der Frauenordination nichts im Weg, übrigens auch nicht nach Ordinatio sacerdotalis. Man sollte die Verweigerung durch die menschlichen Amtsinhaber deshalb auch bitte nicht als Fügung Gottes bezeichnen, liebe Frischer Wind! Und auch wenn Sie sich mit der Ihnen zugewiesenen Rolle als Frau zufrieden geben, heißt das nicht, dass andere Frauen dies auch tun müssten! Der Narzissmus liegt wohl auf der Seite derer, die meinen beurteilen zu können, wen Gott in ein Amt berufen hat und wen nicht. Wie sehr diese dies im Übrigen nicht können, hat der Missbrauchsskandal zur Genüge gezeigt!

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    1. Lesen Sie nochmals genau, was Edith Stein geschrieben hat: "Dogmatisch scheint mir nichts im Wege zu stehen, was es der Kirche verbieten könnte, eine solche bislang unerhörte Neuerung durchzuführen." Das heißt, sie sagt aufrichtig (und demütig!), dass sie nicht weiß, ob es dogmatische Hürden gibt. Seit sich also auch die Kirche mit solch "unerhörten" Forderungen beschäftigen muss, wissen wir aber nun, dass eine Priesterinnenweihe auch aus dogmatischen Gründen nicht möglich ist. Wo sich Edith Stein aber sicher war, da konnte sie ihr Wissen kundtun: "Dagegen spricht die gesamte Tradition von den Urzeiten bis heute..." womit sie tatsächlich den Nagel auf den Kopf trifft.

      Die Kirche hat keine Vollmacht, Frauen zu Priesterinnen zu weihen, in Treue zu ihrem Haupt, Jesus Christus, stellt die Kirche fest, dass das Weihesakrament Männern vorbehalten ist. Indem Papst Paul II. diese Lehre der Kirche in "Ordinatio sacerdotalis" in eindeutiger Weise feststellt, ist dieses Thema der Kirche endgültig der unnützen Diskussion entzogen. Es wird auch nicht dadurch diskussionswürdig, dass von einem bestimmten Lager immer wieder die Unumstößlichkeit dieser Tatsache geleugnet und ignoriert wird, fast so wie bei Kindergartenkindern, die meinen, wenn sie nur mit dem Fuß stampfen und ihre Sache immer wieder fordern, so würden sie ihren Willen schon bekommen…

      Wie bereits Edith Stein feststellte: "Dagegen spricht die gesamte Tradition von den Urzeiten bis heute...". Bis heute: einschließlich JP II., Benedikt XVI. und Papst Franziskus, wie Sie es sicher in seinem Apostolischen Rundschreiben gelesen haben (und auch in dem Flugzeug-Interview hatte er bereits das Notwendige dazu gesagt - auch das wird Ihnen bekannt sein). Allein der Kirche (!) steht es zu, darüber zu urteilen, wen Gott in ein Amt berufen hat und wen nicht. Sie tut es - wie gesagt - in Treue zu Jesus Christus. Franziskus schreibt in "Evangelii gaudium":

      "Das den Männern vorbehaltene Priestertum als Zeichen Christi, des Bräutigams, der sich in der Eucharistie hingibt, ist eine Frage, die nicht zur Diskussion steht..."

      Gerade das ist es ja wohl, dass Anonyma oben so in Rage versetzt hat. Bedauerlicherweise. Denn hier geht es nicht um eine Forderung nach "Gleichheit", wie @Norbert Bauer behauptet, sondern um verschiedene Aufgaben an der Auferbauung des mystischen Leibes Christi. Selbstverständlich sind wir alle ungleich (wie gruselig wäre das denn, wenn wir alle gleich wären, wiewohl uns allen dieselbe Würde zukommt, aber nicht deswegen, weil wir alle gleich wären), aber es gibt verschiedene Charismen und verschiedene Gnadengaben. "...die große Würde kommt von der Taufe, die allen zugänglich ist", so Papst Franziskus. Kein Grund zur Panik also.

      Und jetzt sollten wir doch eher daran gehen, nicht mehr gegen die Lehre der Kirche zu rebellieren, sondern uns über dieses Geschenk des Glaubens zu freuen und unsere Freude darüber auch anderen mitzuteilen., indem wir diese Freude ausstrahlen statt ein moralinsaures oder wutverzerrtes Gesicht zu machen. :-)

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    2. Kleine Korrektur:
      Im 2. Absatz war es natürlich Papst Johannes Paul II., der in "Ordinatio sacerdotalis" die Diskussion über die Priesterweihe von Frauen endgültig beendete.

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    3. Das erinnert mich doch zu sehr an "Friedrich beendet die NSA-Affäre". Johannes Paul II. hat die Diskussion offensichtlich nicht beendet - sie geht ja fröhlich weiter. Johannes Paul II. hat lediglich kundgetan, dass die Kirchenhierarchie glaubt, sich nicht mehr mit der Frage beschäftigen zu müssen.

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  14. Eine Tradition, die nicht in der Offenbarung gründet, ist keine Pfifferling wert! Ersparen Sie sich die vielen Worte!

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    2. Das würde ich so pauschal jetzt nicht behaupten. ;-)
      Aber In diesem Fall ist es auf jeden Fall so: Die Berufung von Männern geht auf Jesus Christus und in seiner Nachfolge auf die Apostel zurück. Die Kirche hat niemals etwas anderes gelehrt.
      Für die Forderung dagegen, Frauen zur Priester- bzw. Bischofsweihe zuzulassen, gibt es keine Tradition - weder durch Jesus Christus, noch durch seine Apostel oder deren Nachfolgern:
      "Niemals ist die katholische Kirche der Auffassung gewesen, daß die Frauen gültig die Priester- oder Bischofsweihe empfangen könnten. Einige häretische Sekten der ersten Jahrhunderte, vor allem gnostische, haben das Priesteramt von Frauen ausüben lassen wollen. Die Kirchenväter haben jedoch sogleich auf diese Neuerung hingewiesen und sie getadelt, da sie sie als für die Kirche unannehmbar ansahen." (Erklärung "Inter insignores" der Glaubenskongregation von 1976)

      Insofern sind wir uns dann einig. :-)

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    3. Das Traditionsargument reicht aber auch aus dogmatischer Sicht nicht aus, diese Tradition müsste in der Offenbarung gründen. Dafür gibt es keinerlei Hinweise, im Gegenteil (Junia, Phoebe, Lydia, erste Auferstehungszeugen, Diakonissen etc., etc.) Deshalb ist es JPII nur nicht gelungen, die Diskussion zu beenden, er hat sich auch vor der Dogmatisierung gescheut. Die Bibelkommission hat im gesagt, dass man das Verbot der Frauenordintion mit dem NT nicht vereinbaren kann. Und so geht die Diskussion weiter, weil sich die Wahrheit nicht verbieten lässt...

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