Sonntag, 25. September 2011

Den Papst anklagen - geht das?

Ein provozierendes Gedankenspiel: Ein britischer Anwalt glaubt, den Papst wegen der Missbrauchsverbrechen vor Gericht stellen zu können. Sein Buch, dass in Großbritannien im renomierten Penguin-Verlag erschienen ist, veröffentlichte in Deutschland nun der Gabriele-Verlag, der zur esoterischen Gemeinschaft Universelles Leben gehört. Und das Manuskript sei gar nicht mal teuer gewesen, heißt es von der Geschäftsleitung. Ist das Thema für einen großen deutschen Verlag zu provokant? Mag sein. Interessant ist es allemal.

Sonntag, 18. September 2011

Nehmt Abschied, Brüder! Ungewiss ist alle Wiederkehr...

Foto: Uwe Steinbrich/www.pixelio.de
Der Vatikan hat den Piusbrüdern ein - letztes? - Angebot gemacht. Für eine mögliche Wiedervereinigung gibt es ein Modell, das in diesen Tagen fünf Jahre alt wird.

Vier Tage bevor Papst Benedikt XVI. im September 2006 seine berühmt gewordene „Regensburger Rede“ hielt, unterzeichnete sein damaliger Kurienkardinal und Leiter der Kommission Ecclesia Dei Darío Castrillón Hoyos ein Dokument. Darin erlaubte Rom die Gründung des kleinen „Insitituts vom guten Hirten" – einer kleinen Gemeinschaft mit einigen Priestern im französischen Bordeaux. Zum Institutsoberen wurde Philippe Laguérie berufen, ein erzkonservativer Priester, ehemaliger Piusbruder und Sympathisant der rechtsextremen französischen Partei „Front National“. Einerseits widmet sich die Gemeinschaft der alten Liturgie. Zugleich steht in ihrer von Rom genehmigten Satzung, dass die Gesellschaft verpflichtet sei, daran zu „arbeiten, die Authentizität der Lehre (der Kirche) herzustellen“. So bekennen sich die Mitglieder zwar zur Treue gegenüber dem unfehlbaren Lehramt der Kirche. Das normale ordentliche Lehramt – quasi das bischöfliche und päpstliche Alltagsgeschäft – bleibt aber unerwähnt. Ja es wird zugestanden, dass eine, „ernsthafte und konstruktive Kritik“ an den Entscheidungen des Zweiten Vatikanischen Konzils und deren Umsetzung berechtigt sei. 


Sonntag, 4. September 2011

Zollitsch füllt den Köcher

Foto: Paul-Georg Meister/www.pixelio.de
In die Frage nach dem Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen bringen die einen Bewegung, während andere sich noch sortieren.

Robert Zollitsch, Erzbischof von Freiburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, wird wohl etwas in seinem Köcher haben, wenn er sich gegenüber Giovanni di Lorenzo und Patrick Schwarz in seinem aktuellen Interview mit der "Zeit" derart weit aus dem Fenster lehnt. Offensichtlich scheint er Anlass zur Hoffnung zu haben, dass sich in der Praxis des Umgangs mit geschieden Wiederverheirateten noch zu seinen Lebzeiten etwas tut. Der Freiburger Moraltheologe Eberhard Schockenhoff hatte in seinem aktuellen Buch offensichtlich schon eine Fährte gelegt, die zeigt, in welche Richtung es nach Meinung einiger deutscher Bischöfe gehen könnte.