| Foto: pixelio/Rolf van Mehlis |
Auf der Suche nach neuen
Strukturen: In fast allen Bistümern beklagen die Gemeinden den Mangel an
Mitverantwortung und Mitbeteiligung. Neue Wege gehen müssen sie aber auf jeden
Fall.
Das Leben in Kirchdörfern im
Bergischen Land zwischen Wipperfürth und Bergisch Gladbach ist noch immer durch
eine Melange aus Gesang- und Schützenvereinsleben, Nachbarschaftshilfe und
Vereinsfußball geprägt. Der eigene Kirchturm war da stets wie ein Fels in der
Brandung, ein Identitätsmerkmal, erzählen Menschen, die dort wohnen.
Christian Heider hat sich lange im
Pfarrgemeinderat eines solchen Dorfes mit etwa 2000 Einwohnern engagiert. Vor
etwa zwei Jahren wurde die Fusion mit vier anderen Dörfern vorbereitet und der
Priester ging. Damit entfiel auch der Gottesdienst am Sonntag. Stattdessen
gibt’s eine Messe samstags um 17 Uhr. »Ganz ehrlich«, sagt der Mittvierziger,
»da sitze ich mit meinen Kindern im Garten oder spiele Fußball«. Sich sonntags
ins Auto zu setzen und an einer anderen Messe teilzunehmen – damit tut er sich
schwer. »Ich habe doch die Kirche vor der Tür.« Nach wenigen Wochen Abstinenz
vom Gottesdienst hat er aber an sich selbst beobachtet, wie schnell die
Verbundenheit zur Kirche brüchig wurde. »Das geht wahnsinnig schnell,
erschreckend."
