Mittwoch, 9. November 2011

Rigoristisches Weltbild

www.pixelio.de/Erich Westendarp
Vor knapp vier Jahren erreichte eine skurile Geschichte aus Fulda einige Aufmerksamkeit. Gegenüber dem Fuldaer Dom, so wurde bekannt, gebe es wohl den einzigen Drogeriemarkt in Deutschland, in dem keine Präservative feilgeboten würden. Grund: Das Haus gehört der katholischen Kirche. Und gemäß einer Sittenklausel im Mietvertrag dürften dort keine Artikel verkauft werden, die dem Ansehen der Kirche schaden könnten, hieß es seinerzeit. Im bischöflichen Generalvikariat konnte man damals die öffentliche Erregung nicht verstehen: „Ich weiß nicht, was daran kurios sein soll“, habe Bistumssprecher Christof Ohnesorge verlauten lassen und argumentiert, „die Kirche kann nicht einerseits mechanische Verhütungsmittel ablehnen, aber andererseits dulden, dass in einem Haus der Kirche mit Kondomen Geschäfte gemacht werden.“ Womit wir dann doch beim sogenannten Weltbild-Skandal angekommen wären.