Mittwoch, 31. August 2011

Wer hat´s gesagt?

Foto: Claudia Hautumm/www.pixelio.de
"Denunziation bedeutet das Hinterbringen von Informationen gegenüber einen feindlichen Macht. Wenn ich also den Bischof auf irgendwelche Missstände oder Fehlentwicklungen aufmerksam mache, um ihm zu helfen, seine Heilssorge an seiner Diözese über die Priester zu sichern, dann sind Begriffe wie "Denunziation" oder "verpfeifen" völlig unamgemessen. Wir sollten das im Hinblick auf den Umgang mit dem Bischof aus unserem Vokabelheft radikal ausstreichen. Hier werden wir einer gnadenhaften Kirchenstruktur nicht gerecht, sondern stellen sie gleichsam auf den Kopf."

Wer hat´s gesagt? Wer´s weiß, bekommt ein Buch geschenkt.

Wer ein Hilfsmittel braucht, gehe in eine gutsortierte Bibliothek und leihe sich folgenden Aufsatz aus: Norbert Lüdecke, Kommunikationskontrolle als Heilsdienst. Sinn, Nutzen und Ausübung der Zensur nach römisch-katholischem Selbstverständnis, in: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 28 (2009) 67-98.

Montag, 29. August 2011

Was wäre, wenn?

Was wäre, wenn man durch Glaubensverlust zum Glauben käme? Denn der Glaube ist kein Führwahrhalten eines dogmatischen Glaubenssystems, sondern eine Lebenshaltung, die sich aus sich heraus bewährt - schreibt der Religionspädagoge Hubertus Halbfas in seinem neuen Büchlein.

Foto: Peter Otten
Vermutlich schreibt Halbfas bewusst "Glaubensverlust" auf den Deckel seines neuen schmalen Bändchens. Doch reiht er sich nicht in die Prozession derer ein, die je nachdem "Glaubensverlust", "Verlust von Glaubenswissen", "Verdunstung des Glaubens" oder gar "Glaubenskrise" rufen und glauben, damit dem Kern der Krise zu treffen, der die Kirchen zweifelsohne erreicht hat. Halbfas ist hingegen der Ansicht, im Glaubensverlust, also im Fahrenlassen des institutionell abgesicherten dogmatisierten "Fürwahrhaltens" bestehe gerade die Chance, Gott zu finden.

Dienstag, 9. August 2011

Reden über die Identitätsfalle

Wer sind wir? Die Frage nach Identität ist vielfältig und auch paradox. Eine Zwischenbilanz der Deutschen Islamkonferenz
 
Foto: Peter Otten
Der Kölner Schriftsteller Navid Kermani, Teilnehmer der ersten Phase der Deutschen Islamkonferenz, beschreibt in seinem 2009 erschienenen Essay „Wer ist wir? Deutschland und seine Muslime“ eine Identitätsfalle. In Deutschland, heißt es dort, sei „das Andere“, das man immer brauche, um sich selbst zu definieren „nicht nur, aber vor allem der Islam geworden“. Das Gegenüber ist nicht der Schriftsteller, Fußballfan, das Parteimitglied – sondern stets der Muslim. Identität „ist eine Festlegung dessen, was in der Wirklichkeit vielfältiger, ambivalenter, durchlässiger ist.“ Und nicht nur durch die Religion bestimmt ist.